Mauer des ehemaligen Rathauses (Foto: Thomas Braun)

Mauer des ehemaligen Rathauses (Foto: Thomas Braun)

Lutz Maurer ist am Sonntag zum neuen Bürgermeister von Quierschied gewählt worden. Die spannende Frage war dabei nicht, ob er es schafft – sondern, wie viele Bürger zur Wahl gehen. Aber auch das Ergebnis überraschte nicht wirklich: Die Wahlbeteiligung erreichte einen historischen Tiefstand.

Das vorläufige amtliche Endergebnis klingt überwältigend: 92,7 Prozent der Wähler stimmten am Sonntag bei der Bürgermeisterwahl in Quierschied für den einzigen Kandidaten, Lutz Maurer. Er tritt damit im Februar kommenden Jahres die Nachfolge von Karin Lawall an.

Nur jeder Dritte Quierschieder wählte Maurer

Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt aber auch: Nicht einmal jeder Dritte Quierschieder machte ein “Ja”-Kreuzchen für Maurer, die absolute Mehrheit der 11.164 Wahlberechtigten blieb der Wahl fern. Insbesondere in den Ortsteilen Fischbach und Göttelborn lag die Wahlbeteiligung jeweils unter 30 Prozent.

Ob dies die Legitimation durch den Bürger ist, die sich Maurer für sein Amt gewünscht hat, darf man angesichts dieser Zahlen durchaus hinterfragen – auch wenn Maurer sich selbst im SR nach der Wahl sehr zufrieden über die Wahlbeteiligung äußerte. Viele Wähler hatten sich im Vorfeld die Frage gestellt, warum die Wahl bei nur einem Kandidaten überhaupt nötig ist. Noch-Bürgermeisterin Karin Lawall verwies in einem Wahlaufruf darauf, dass dies den wahlrechtlichen Bestimmungen geschuldet sei, die nicht umgangen werden könnten.

Wahlbeteiligung halbiert

Bei ihrer eigenen Wahl 2007, bei der sich Lawall knapp mit 51,1 Prozent gegen Amtsinhaber Otwin Zimmer durchsetzte, waren noch 62,6 Prozent der Quierschieder zur Wahl gegangen, sieben Jahre zuvor waren es sogar 68,1 Prozent.

Maurer kann bei seinem Amtsantritt im Februar auf eine breite Unterstützung im Gemeinderat bauen: Sowohl SPD und CDU stehen hinter ihm, aber auch die Freien Wähler sagten im Vorfeld ihre Unterstützung zu.