Der syrischen Familie Issa, die seit dem vergangenen Herbst in Quierschied wohnt, droht die Abschiebung nach Italien. Bürgermeisterin Karin Lawall hat nun an Innenministerin Monika Bachmann appeliert, die Abschiebung der Familie auszusetzen.

Die Mitglieder der Familie Issa waren die ersten Flüchtlinge aus Syrien, die im vergangenen Jahr der Gemeinde Quierschied zugewiesen worden sind. Zwischenzeitlich sind noch eine Mutter mit Kind aus Syrien und eine fünfköpfige Familie aus Eritrea von der Landesaufnahmestelle Lebach nach Quierschied gekommen.

Letzte Ersparnisse für die Flucht geopfert

Die Familie hat nach Angaben der Gemeinde einen langen Leidensweg hinter sich: Sie sei von Heckenschützen aus ihrem Haus in Syrien vertrieben und mit Hilfe von Schleppern über Saudi-Arabien und Italien nach Lebach gebracht worden. Ihre gesamten Ersparnisse habe die Familie für den Fluchtweg geopfert.

Nach dem zwischenzeitlichen Aufenthalt in Lebach zog ein Teil der Familie nach Quierschied, die Familie konnte hier erste Wurzeln schlagen. Doch nun wird die Familie von den Behörden als Asylsuchende behandelt. Daher würde auch das Dublinprotokoll, das die Zuständigkeit eines Asylbewerbers auf sein erstes europäisches Ankunftsland (in diesem Fall Italien) schiebt, gelten. Die Gemeinde will das Verhindern. „Es wäre inhuman, die von den schrecklichen Geschehnissen in ihrem Land und dem abenteuerlichen Fluchtweg bereits genug gebeutelten armen Menschen, nach fast einem Jahr Aufenthalt in Deutschland jetzt nach Italien auszuweisen“, heißt es auf der Internetseite von Quierschied.

Lawall: Abschiebung aussetzen

Die Familie sei nicht vor politischer Verfolgung oder aus materieller Not geflohen, sondern vor der Brutalität und der Gefahr der kriegerischen Auseinandersetzungen in ihrem Heimatland. Ein Anwalt unterstützte die Familie und habe vor dem Verwaltungsgericht Klage erhoben. Bürgermeisterin Karin Lawall hat sich an Innenministerin Monika Bachmann gewandt. Sie appelliert an die Ministerin, die Abschiebung der Familie auszusetzen.